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16. November 2018

Joseph Haydn: Die Schöpfung

Achtung Terminänderung:

Sonntag, 17. November 2019, 17:00 Uhr
Einlass 16.45, Ende ca. 19:00 Uhr

(Einführung um 16:30 Uhr)
Freischütz Schwerte

Veranstalter: Konzertgesellschaft Schwerte

Vorverkauf 17,00 €
Tageskasse 20,00 €, Schüler/Stud. 8,00 €
Großes und Kleines Wahl-Abo

Joseph Haydn: Die Schöpfung

Oratorium in 3 Teilen 

mit

Engjellushe Duka – Sopran, Andreas Post – Tenor, Martin Ohu – Bass

Chor der Konzertgesellschaft Schwerte
Oratorienchor der Stadt Kamen
Neue Philharmonie Westfalen
Leitung: Franz Leo Matzerath

Während am Abend des 30. April 1798 wegen des großen Andrangs berittene Polizei draußen für Ordnung sorgen muss, wohnt ein illustrer, allerdings nur privat geladender Kreis von Adeligen, Musik-Freunden und von «Gönnern und Kennern» im fürstlichen Palais des Joseph Schwarzenberg der ersten Aufführung eines Werkes bei, das zum Inbegriff der Nach-Händelschen Oratorien-Komposition schlechthin und zum noch heute populärsten Stück seines Komponisten avancieren wird: «Die Schöpfung» von Joseph Haydn.

Überschwänglich und begeistert berichtet damals der Wiener Korrespondent des «Neuen teutschen Merkur» über seine Eindrücke aus diesem Konzert, bei dem Haydn dirigiert und Salieri am Flügel sitzt, nach Weimar: «Schon sind drei Tage seit dem glücklichen Abende verflossen, und noch klingt es in meinen Ohren, in meinem Herzen, noch engt der Empfindungen Menge selbst bey der Erinnerung die Brust mir. Die Musik hat eine Kraft der Darstellung, welche alle Vorstellung übertrifft; man wird hingerissen, sieht der Elemente Sturm, sieht es Licht werden, die gefallenen Geister tief in den Abgrund sinken, zittert beym Rollen des Donners, stimmt mit in den Feyergesang der himmlischen Bewohner.

„Die Sonne steigt, der Vögel frohes Lob begrüsst die steigende; der Pflanzen Grün entkeimt dem Boden, es rieselt silbern der kühle Bach, und vom Meeresgrund auf schäumender Woge wälzt sich Leviathan empor.“

Die Komposition der Schöpfung hatte wohl ihre Wurzeln in Haydns Englandbesuch im Frühjahr 1791, wo er in der Westminster Abbey in London ein großes Händel-Festival miterleben konnte. Mit einer gigantischen Besetzung erklangen dort mehrere Oratorien des englischen musikalischen Nationalhelden. Sowohl die allgemeine Darbietung selbst als auch die allgemeine Begeisterung des Auditoriums bewegten Haydn tief. Auch wenn die eigentliche Arbeit an der «Schöpfung» erst fünf Jahre später begann, steht außer Frage, dass dieses Händel-Erlebnis die ursprüngliche Inspiration dazu darstellte (Walter Eigenmann in „Hardenbergs Chormusikführer“).

Die direkte Anregung zum gewählten Stoff – dem Gedicht «Paradise Lost» des englischen Dichters John Milton aus dem Jahre 1667 – erhielt Haydn auf seiner zweiten Englandreise durch seinen Konzertveranstalter Johann Peter Salomon, dem ein Oratorien-Libretto des Engländers Lindley in die Hände gefallen war, das dieser angeblich für Händel erstellt haben sollte, von ihm aber nie musikalisch genutzt worden war. Wieder in Wien, bot der Präfekt der Wiener Hofbibliothek, Baron von Swieten, Haydn die Übertragung der Vorlage ins Deutsche und garantierte ihm zugleich zusammen mit adeligen Freunden die Aufführungskosten und ein angemessenes Honorar für die Komposition.

Swietens Libretto der «Schöpfung» verknüpft die Prosatexte der biblischen Genesis (1. Buch Moses in der Fassung der Luther-Bibel) mit dem Buch der Psalmen und Miltons Paradise Lost. Die Handlung ist dreigeteilt. Teil 1 schildert die ersten vier Tage der Schöpfung: die Erschaffung der Erde, der Pflanzen und des Firmaments, Teil 2 behandelt die Geschöpfe, von der Tierwelt bis zum Menschen und Teil 3 stellt das Leben des ersten Paares, Adam und Eva, vor und

Ihre gedrängte epische Vermittlung gibt der «Schöpfung» ihre unwiderstehliche Lebendigkeit: Die Handlung bleibt nie in langen Reflexionen stehen wie so oft zuvor in älteren Oratorien.

„In seiner Tonsprache formuliert Haydn hier nicht allein die Summe seiner lebenslangen schöpferischen Arbeit, sondern er bildet geradezu eine Synthese der Musik des 18. Jahrhunderts: die barocke Tradition der Kontrapunktik wird meisterhaft mit dem vokalen Erbe der Italiener und dem instrumentalen Satz der Wiener Klassik als Fundament verschmolzen“ (Matthias Walz).

Die «Schöpfung» stellt gewissermaßen das Paradigma der Wiener Klassik dar und verkörpert, mehr als jedes andere Einzelwerk, die epochale Leistung Haydns in musikalischer wie inhaltlicher Hinsicht. In den Worten des Philosophen Wilhelm Dilthey: «Der Komponist hat aus Wien ein Weimar gemacht. Zusammennehmend alles was seit Bach geschehen, die „Kunst der Fuge“, die Macht des Chores von Händel, alle Süßigkeit von Mozarts dramatischen Melodien, schafft Haydn ein Oratorium, das der neuen weltfreudigen Religiosität schöpferischen Ausdruck gibt».

Mit der 1798 begeistert aufgenommenen Uraufführung der «Schöpfung» trat Haydns Oratorium einen beispiellosen Erfolgszug durch Österreichs, Deutschlands und Europas Konzertsäle an. Zahlreich sind die Berichte von zeitgenössischen Hörern, die allesamt tiefe Bewunderung, ja Erschütterung formulieren – ein Zeichen, wie sehr das Werk Geist und Denken der damaligen Zeit verkörperte.

Die Beliebtheit der «Schöpfung» hielt auch im 19. Jahrhundert weiter an, als der Sinfoniker und Kammerkomponist Haydn kaum mehr geschätzt wurde: Sein Oratorium wirkte auch kompositionsgeschichtlich auf die Oratorien des 19. Jahrhunderts nach, die alle auf Haydns Modell zurückgehen.

Und letztlich führte die große Begeisterung an der«Schöpfung» erst zur Bildung der Laienchorkultur jener Zeit mit ihren großen Musikfesten.

Nachdem Haydns «Schöpfung» zuletzt vor 15 Jahren in Schwerte vom Chor der Konzertgesellschaft aufgeführt wurde, wird 2019 jetzt mit der Neu-Einstudierung der «Schöpfung» für viele Chorsängerinnen und -sänger und mit der Aufführung im Freischütz auch für viele unserer Konzertbesucher ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen.

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