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18. November 2017

Felix Mendelssohn: Elias

Samstag, 17. November 2018, 19:00 Uhr
Einlass 18:30 Uhr, Dauer ca. 2 Std.

Einführung 18.45 Uhr
Freischütz Schwerte
Veranstalter: Konzertgesellschaft Schwerte

Vorverkauf 16,00 €
Tageskasse 18,00 €, Schüler/Stud. 8,00 €
Großes und Kleines Wahl-Abo

Sinfonisches Chorkonzert

Oratorium über die Geschichte des Propheten Elias

mit:

Johanna Isokoski – Sopran, Melanie Lang  – Alt, Roman Payer – Tenor, Markus Volpert – Bass

Chor der Konzertgesellschaft Schwerte

Oratorienchor der Stadt Kamen

Neue Philharmonie Westfalen

Leitung:  Franz Leo Matzerath

 

Das Chorkonzert der Konzertgesellschaft Schwerte zum Volkstrauertag ist seit einigen Jahren zugleich das Stiftungskonzert der „Stiftung zur Förderung der Chormusik in Schwerte“: Der weitsichtigen und großzügigen Förderung ihres Begründers Karl-Günter Röhrscheidt (s.a. S. 59) ver-dankt die Konzertgesellschaft die Möglichkeit, jährlich ein großes symphonisches Chorkonzert im Freischützsaal mit seiner herausragenden Akustik aufzuführen.

Mit dem großen Oratorium Elias von Felix Mendelssohn- Bartholdy steht in diesem Jahr eines der größten Werke von Mendelssohn auf dem Programm. Es erzählt die altbiblische Geschichte des Propheten Elias, der sich gegen die polytheistischen Tendenzen seines Volks Israel auflehnt, damit es sich wieder ganz Jahwe zuwendet. Dabei bildet die Sorge des Volks Israel um Wasser den Spannungsbogen, wenn Elias zu Beginn eine mehrjährige Wasserknappheit vorhersagt, der dann gipfelt in der kämpferischen Auseinandersetzung mit König Ahab und den Baalspriestern und schließlich endet mit dem großen Regenwunder, das Elias den Jubel des Volkes einträgt.

Der weniger dramatische zweite Teil des Oratoriums zeigt uns einen resignierenden, lebensüberdrüssigen Elias, der nach einer Zeit in der Wüste am Tiefpunkt seines Lebens angelangt ist und schließlich vor der bitteren Niederlage steht. Die Königin hetzt das Volk zum Mord am unbequemen Mahner Elias auf, der in der Wüste von Engelschören auf den Berg Horeb geleitet wird und in der Begegnung mit dem unsichtbaren Gott den Höhepunkt seines Prophetenlebens erfährt. Er zieht erneut und mit neuem Mut zum Kampf gegen die Götterverehrer aus und fährt am Ende seines Lebens in einem feurigen Wagen gen Himmel. Der Schluss kündigt dann die Ankunft des Messias (nicht aber explizit Christus) an, der sein Wirken fortführen wird.

Das Oratorium Elias entstand im Jahr 1844, als Mendelssohn mit 35 Jahren bereits auf dem Höhepunkt seiner Karriere stand. Bei seinem Aufenthalt in London – wo er seine Schottische Symphonie der englischen Queen Victoria widmete – hatte er eine Reihe überaus erfolgreicher Konzerte gegeben und erfuhr dabei eine herausragende Bewunderung des englischen Publikums. Seine Bedeutung für die Musik in Großbritannien war derart, dass er 1846 zum Direktor des Birmingham Festivals ernannt wurde: Dies gab ihm die Gelegenheit, sein neues Werk Elias (im englischen Original „Elijah“) als Höhepunkt des Festivals zu präsentieren. Von London aus, wo er am 18. August angekommen war, wurde am 23. August die gesamte Produktion mit 125 Orchestermusikern und 271 Chor-Mitgliedern per Sonderzug nach Birmingham auf den Weg gebracht.

Die Premiere am 26. August 1846 brachte einen triumphalen Erfolg: Die etwa 2000 Zuschauer brachen in frenetischen Beifall aus, der alle sonst bei religiösen Werken übliche Zurückhaltung vergessen ließ. Musiker und Publikum überschütteten Mendelssohn mit enthusiastischem Beifall. Erst nach Zugaben von vier Chorstücken und vier Arien endete Mendelssohns erfolgreichste Premiere.

Trotz des herausragenden Erfolgs begann Mendelssohn nach seiner Rückkehr in Leipzig mit einer Überarbeitung des Elias, die er dann im April 1847 noch sechsmal in London aufführte. Für den Herbst plante Mendelssohn eigene Aufführungen in Berlin und Leipzig. Da er aber plötzlich erkrankte und schließlich am 4. November 1847 nur sechsunddreißigjährig an den Folgen mehrerer Schlaganfälle verstarb, konnte er selbst sein Werk nicht mehr in der deutschen Fassung hören. Seine deutschen Premieren-Aufführungen fanden schließlich am 27. November 1847 in Berlin und am 3. Februar 1848, dem Geburtstag des Komponisten, in Leipzig statt.

Während der Elias seine Popularität in England und Amerika bis heute erhalten konnte – 1846 wurde das Werk in England sogar teilweise auf eine Stufe mit Händels Messias gestellt – war die Aufnahme in Deutschland kühler. Das nüchterner eingestellte Publikum des frühen 20. Jahrhunderts empfand die Musik als zu romantisch. Zudem verschwand der Elias in Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus aus antisemitischen Gründen ganz aus den Konzertprogrammen. Heute hat der Elias jedoch mit seiner packenden szenischen Dramatik und den mitreißenden Chören wieder seinen festen Platz in der symphonischen Chormusik und in den Konzerthäusern der Welt gefunden.

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